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1 Popularität des Tischtennissports
Tischtennissport gilt als Volkssportart, als “Sport für alle” oder auch als
“Lifetime- Sport”, da er lebenslang ausgeführt werden kann. Am Beispiel des
BLSV wird deutlich, wie beliebt diese Sportart unter der deutschen
Bevölkerung ist. Nach der Anzahl der beim BLSV gemeldeten Vereine liegt
Tischtennis mit 2031 hinter Fußball, Tennis und Turnen auf Platz 4 unter 51
Sportarten, überraschenderweise vor medienwirksamen Sportarten wie Skisport,
Leichtathletik, Handball oder Basketball. (nach Carsten, Matthias: Vortrag
Übungsleiter- Lehrgang, Oberhaching, 1998 (Seite 2))
Die Anzahl der Freizeitspieler ohne Vereinszugehörigkeit ist noch weit höher.
Dennoch füllt Tischtennis meist nur die Lücken im Sportteil der Zeitungen und
ein wöchentlicher 2-Minutenbericht im Fernsehen ist schon ein Erfolg. Um die
Sportart der Bevölkerung näher zu bringen, zahlen die Vereine und Sponsoren
der Bundesliga nun, um ab und zu eine Stunde im DSF ausgestrahlt zu werden.
Der Tischtennisspitzensport hat jedoch durch beständige Tempoerhöhung und
immer kürzer werdende Ballwechsel für den Laien an Attraktivität verloren. Er
wird deshalb von ihm falsch oder gar nicht, als ”Pingpong” und nicht als
Wettkampfsportart verstanden. Wie kam es nun aber zu dieser Entwicklung des
Tischtennissports?
2 Entwicklung
2.1 Geschichte
2.1.1 Entwicklung der Ballspiele
Weit vor unserer Zeitrechnung existierten Aufzeichnungen über Ballspiele.
Sowohl bei den Chinesen als auch bei den Ägyptern wurden diese schon 3000
Jahre vor Christus beschrieben. Stets werden auch England und Ungarn als
Geburtsländer genannt. Doch lassen sich Zeit und Ort der Entstehung von
Ballspielen nicht mit Sicherheit festlegen. Auch Parallelentwicklungen werden
vermutet.
Genaue Ballspielanleitungen kennt man aus der Antike. In den riesigen
Palästen befanden sich damals sogenannte ”Ballspielräume”. Aus Aufzeichnungen
können auch eindeutig ”Rückschlagspiele” rekonstruiert werden. Wie auch heute
suchten die Menschen schon damals im Ballspiel Freude, Spaß, Zerstreuung und Befriedigung.
Dazu kamen oft noch kultische Motive. Durch Veränderungen des Regelwerks und
der Spielidee wurden die Ballspiele immer wieder verfeinert oder den
jeweiligen Mentalitäten angepasst. Diese Entwicklung zieht sich durch die
gesamte Geschichte des Sports. Bis zum 15. Jh. sind keine umfassenden
Aufzeichnungen über Ballspiele zu finden. Genaue Auskunft gibt erst das Buch
”Trattato de quico della palla” des Humanisten Antonio Scaino (1555). Daraus
geht hervor, dass es zwei Arten von Ballspielen gab: Treibballspiele und
Rückschlagspiele. Ein Hohl- oder Vollball wurde für die Rückschlagspiele
verwendet, mit der Hand, dem Unterarm oder einem Schlaggerät wurde
geschlagen. Gespielt wurde über ein Netz, wobei der Ball den Boden nicht
öfter als einmal berühren durfte. Dies wird als Anfang des Tennisspiels
gewertet, woraus sich später das Tischtennisspiel entwickelte. Im 16. Jh. ist
schon von ”Schlägerfabrikanten” die Rede, als sowohl darmbesaitete Schläger
als auch Holzschläger neu entwickelt wurden und zwar in einer Ähnlichen Form,
wie wir sie heute kennen. Auch die sportliche Entwicklung wurde immer wider
durch neue Kriege unterbrochen. Die Zahl der Ballhäuser in Paris ging zum
Beispiel während der frz. Revolution von 250 auf 10 zurück. Die Ballspiele
breiteten sich jedoch trotz aller politischer und wirtschaftlicher Wirren bis
zum Ende des 19. Jh. in ganz Europa stark aus. Vor allem die Engländer
brachten neue Spielideen aufs Festland. Mitte bis Ende des 19. Jh. kam es zu
den ersten nationalen Verbandsgründungen, kurze Zeit später folgten die
ersten internationalen. Der moderne Sport unserer Zeit wurde durch die
Gründung des ”Internationalen Olympischen Komitees” im Jahre 1894 und den I.
Olympischen Spielen der Neuzeit 1896 manifestiert. (nach Michaelis/ Sklorz:
Tischtennislehrplan 4 Theorie, München, 1983 S.(8-9))
2.1.2 Entwicklung des Tischtennisspiels
Das Tischtennisspiel ist aus dem schon mehrere Jahrhunderte bekannten
Tennisspiel entstanden. Die Meinungen über die Entstehung des Spiels gehen
zwar stark auseinander, doch wahrscheinlich kamen Ende des 19. Jh. englische
Tennisspieler auf die Idee, auf einem Tisch Miniatur-Tennis zu spielen. 1884
wurde jedenfalls in England das ”Miniature- Indoor- Tennis- Game” patentiert.
Im gleichen Jahr ist erstmals von ”Tischtennis” die Rede, und zwar im Katalog
einer englischen Firma. Aufgrund des Ballklanges wurde der Name ”Pingpong”
geprägt und ebenfalls in England patentiert, in anderen Ländern wurde der
Name zum Beispiel in ”Whiff-Whaff” oder ”Pim-Pam” (Frankreich) abgeändert.
Auch in Deutschland wurde dieses Spiel bekannt und beliebt. Zunächst wurde es
in speziellen Klubs und Kaffeehäusern gespielt, bevor im Jahre 1899 die ”1.
Berliner Tennis- und Ping-Pong-Gesellschaft” gegründet und ein Jahr später
das erste ”Ping-Pong-Café” eröffnet wurde. Das Tischtennis- Café am
Viktoria-Luise-Platz in Berlin war besonders bekannt. ”Ping-Pong”-Lieder und
”Ping-Pong”-Kleider wurden entwickelt. Dennoch: das Spiel war und blieb den
höheren Gesellschaftsschichten vorbehalten. Obwohl im Jahre 1907 bereits die
ersten Deutschen Meisterschaften ausgetragen worden waren, geriet Tischtennis
wieder in Vergessenheit. Der Ungar Laszlo Hartmann trat aber in den
Folgejahren als Showman in Varietés auf. Er verzauberte sein Publikum mit
Tricks aus dem Tischtennisspiel. Er beherrschte es, den Return (Rückschlag)
in ein Wasserglas zu praktizieren - eine Kunst, die auch Heute nur wenige
Spieler beherrschen. Im Winter waren es wieder Tennisvereine, die ihre
Mitglieder auch im Winter beschäftigen wollten und deshalb auf das
Tischtennisspiel in Umkleidebaracken aber auch Klubhäusern zurückgriffen.
Danach gab es schon entsprechende Materialien. Die ersten Tischtennisturniere
wurden ausgetragen, was den Anstoß gab, einen Deutschen Tischtennis Bund zu
gründen, obwohl von den meisten Tennisfunktionären zu dieser Zeit nur ein
Tischtennisausschuß innerhalb des Tennis Bundes gewünscht wurde. Der DTTB
wurde am 25. November ins Leben gerufen.
2.2 Regelwerk
Das erste Tischtennis, dass um die Jahrhundertwende als ”Ping-Pong” bekannt
war und in Cafés etc. zur Unterhaltung gespielt wurde, wurde nicht nach
einheitlichen Regeln gespielt und verlor deshalb auch bald an Interesse. Nach
dem Ersten Weltkrieg - im Jahre 1924 - wurden erstmals Regeln aufgestellt,
die nach heutigen Begriffen recht originell sind.
2.2.1 Die 7 Ursprungsregeln
Die Regel 1 dieser sieben Ursprungsregeln sagte aus, dass der Tisch, der
allgemein als ”Pforzheimer Muster” bekannt war, 2. 70m lang und 1. 40m breit
zu sein hatte. Die Höhe des Tisches konnte sich zwischen 75 und 85cm bewegen.
Der Tisch durfte keinen weißen Rand aufweisen, welchen heute jede
Tischtennisplatte hat. Ausdrücklich verboten waren in der Regel 2 Schläger
mit Fell- und Pergamentbespannung(Hohlschläger). Außerdem durfte der
Schlägerdurchmesser die Netzhöhe (damals 17. 5cm)nicht überschreiten (Regel
3). Die Zählweise entsprach den Tennisregeln (Regel 4). In der Regel 5 war
festgelegt, dass der Aufschlag von einer hinter der Tischkante beliebig zu
wählenden Stelle erfolgen konnte. Die zuvor üblichen Flugbälle wurden in der
Regel 6 erstmals verboten und in Regel 7 hieß es ausdrücklich, dass die
Freie, nicht schlagende Hand den Tisch jederzeit berühren darf, was heute ja
als ”aufgestützt” bezeichnet wird. Des weiteren hieß es darin, dass nur
Einzelspiele gespielt würden, auch ”Gemischte”. Man verstand darunter jedoch
keine gemischten Doppel (Mixed), sondern Einzelspiele zwischen einer Dame und
einem Herrn. Doppelspiele wurden nicht ausgetragen. Die 1. offiziellen
deutschen Meisterschaften 1925 wurden nach diesen 7 Regeln durchgeführt.
2.2.2 Gründung des DTTB
Diese Meisterschaft zeigte, dass einheitliche Regeln erforderlich waren. Wie
bereits erwähnt, wurde z. b. das Doppel vollkommen vernachlässigt und
befasste sich doch einmal jemand damit, wurden einfach zwei Tische
nebeneinander gestellt. Die damals gültigen Regel beinhalteten nur das
Wesentliche, trotzdem bemühte man sich darum , die weiße Spielkleidung zu
verbieten, eine Spielumrandung einzuführen, gleichmäßig gute Bälle herzustellen
und dafür zu sorgen, dass das Rauchen in den Spielräumen unterbunden wurde.
Während der Eine auf einem 1, 40m breiten und 2, 70 m langen Tisch spielte,
bevorzugte der andere die größeren englischen Maße(1, 53. breit und 2, 75m
lang). Die Bälle waren verschieden groß, in den in den verschieden Ländern
wurde der Aufschlag verschieden durchgeführt, teilweise ließ man den Ball
zuerst im eigenen Feld aufspringen, teilweise schlug man ihn direkt ins
gegnerische Feld. Auch die Zählweise war nicht nach einheitlichen Regeln
festgelegt. Die Mehrzahl der Tischtennisspieler zählte nach den Tennisregeln,
während andere schon die Zählweise bis 21 anwandten. Der im November 1925
gegründete DTTB hatte als erstes Aufgabengebiet den Beschluss über
einheitliche Regeln, die eine vorher eingesetzte Kommission festgelegt hatte.
Bei der Festlegung der Spielregeln waren zwei Gesichtspunkte maßgeblich:
einerseits sollte man sich den bereits feststehenden Bestimmungen
anschließen, andererseits sollte man sich im Interesse der Förderung dieses
Spiels in manchen Punkten zu Neuerungen entschließen, soweit diese Neuerungen
als nützlich angesehen wurden und im Mutterland des Tischtennis, England,
nicht ausdrücklich verboten waren. Man nahm deshalb davon Abstand die
englischen Regeln einfach in die deutsche Sprache zu übersetzen, um so mehr
als man erkannt hatte, dass jene Regeln nicht in jeder Hinsicht sinnvoll
erschienen. Auch in England war so mancher Punkt noch nicht endgültig
erklärt. In den offiziellen Regeln war z. B. das Doppelspiel nicht enthalten,
während die von Slazengers Ltd. (England) herausgegeben und von der ”English
Table Tennis Association” genehmigten Spielregeln das Doppelspiel
behandelten. Auch in Österreich und Ungarn hatte sich noch keine
internationale Übereinstimmung der Spielregeln herbeiführen lassen. Mit den
neuen Regeln, die immerhin schon aus 22 Ziffern bestanden und mit den heute
gültigen Regeln große Ähnlichkeit hatten, schloß man sich den englischen
Tischmassen an(1, 53m breit, 2, 75m Lang). Das zulässige Gewicht der Bälle
betrug zwischen 2, 1 und 2, 3 Gramm, was bei den bis dahin im Handel
befindlichen Bällen zum größten Teil nicht der Fall war. Nicht in den Regeln
festgelegt war, ob die weißen Bälle poliert oder matt sein mussten, jedoch
wurden überwiegend matte Bälle benutzt. es wurde davon Abstand gehalten, die
matten Bälle in Deutschland vorzuschreiben, weil man befürchtete, dass die
deutschen Spieler, wenn sie einmal auf ausländischen Turnieren mit glänzenden
Bällen spielen müssten, stark beeinträchtigt sein würden. Die damals
aufgenommene Vorschrift über die Kleidung, demnach sie sich gegen den weißen
Ball gut abheben musste, also nicht weis sein durfte, wurde im Ausland nicht
ins Regelwerk einbezogen. Übereinstimmend mit dem englischen Regelwerk wurde
1925 auch der indirekte Aufschlag festgelegt, des weiteren wurde das Auflegen
der freien Hand auf die Tischoberfläche verboten. Das Netz musste mit einem
1cm breiten Rand versehen sein, seine vorgeschriebene Höhe betrug 17, 5cm.
Der Durchmesser der Schläger durfte nach keiner Richtung mehr als 17
Zentimeter betragen. Das Spiel durfte nur zwischen zwei Personen
(Einzelspiel) ausgetragen werden, egal, welchen Geschlechts sie waren. Die
Seiten mussten nach jedem zehnten Punkt gewechselt werden. Noch beinhalteten
die Regeln die Tennis-Zählweise, welche jedoch kurz danach geändert wurde.
Man schloss sich der Englischen Zählart bis 21 Punkten an, nachdem zuvor auch
in England teils die Zählart bis 21 Punkte, teils die Tenniszählweise
gestattet war.
2.2.3 Gründung des ITTF
Bald musste dieser ersten Auflage der offiziellen. Spielregeln in deutscher
Sprache von 1925 eine zweite folgen, denn im Januar 1926 wurde auf der
Berliner Tagung der Internationale Tischtennis – Verband (ITTF) gegründet.
Noch im gleichen Jahr formulierte dieser die Spielregeln neu. Die endgültige
Fassung der neuen internationalen Regeln bestand aus 24 Punkten und wurde am
12. Dezember 1926 herausgegeben und hat mit wenigen Änderungen noch heute
Gültigkeit.
2.3 Material
Über die Jahre hinweg durchlief auch das Material der Tischtennisspieler eine
unübersehbare Entwicklung.
2.3.1 Ball
In den Anfangsjahren des ”Pingpong” wurde mit einem kleinen luftgefüllten
Gummiball gespielt. Im Jahre 1890 wurde dieser durch einen Zelluloidball abgelöst.
Auch heute noch besteht der Tischtennisball aus diesem Material. Heute sind
jedoch Durchmesser, Gewicht und Sprunghöhe des Tischtennisballs
vorgeschrieben. Diese Vorschriften werden aber nur von den teuersten, den
3-Stern Bällen, garantiert eingehalten. Also unterscheiden wir zwischen 1-
und 2-Stern Bällen, welche für den Freizeitsportler völlig ausreichend sind,
und 3-Stern Bällen, geeignet für Wettkämpfe. Gewicht und Sprungverhalten des
3-Stern Balles sind im Gegensatz zum 1- bzw. 2-Stern Ball stets gleich. Seit
1971 sind neben weißen Bällen auch gelbe Bälle zugelassen (nach(2)). Welche
Farbe verwendet wird, hängt ganz von der Beschaffenheit des Spielraumes ab
(Hintergrund und Fußboden). Gelbe Bälle haben den Vorteil, dass sie im
allgemeinen besser wahrgenommen werden können (nach(5)).
2.3.2 TT-Tisch
Die ersten Tischtennistische in den Pingpong Cafés unterlagen natürlich
keiner Norm. Es wurde meist auf einem normalen Tisch gespielt, in dessen
Mitte ein Netz befestigt war. Erst im Jahre 1925 wurden genauen Tischmaße
(274cm Länge, 152, 5cm Breite und 76cm Höhe) festgelegt (nach(2)). Die
Tischtennistische der 50er Jahre bestanden aus einem Holz- oder
Metallgestell, dass zusammensteckbar war und Tischplatten aus einem Teil oder
zweigeteilt. Die nächste Entwicklungsstufe war, dass die Gestelle Rollen
bekamen. Dann konnte man die Plattenhälften auf Rollen fortbewegen. Die
Gestelle ließen bzw. lassen sich dabei einklappen. Die neuesten Platten
heißen Rollomat. Die Plattenhälften lassen sich zur Plattenmitte hin
einklappen und als Ganzes wegrollen.
2.3.3 Schläger
2.3.3.1 Erste Schläger
Der Schläger war in den ersten Jahren ein tennisähnliches Racket, dass einen
bis zu 30cm langen Griff aufwies und mit Pergament- oder Sandpapier bezogen
war. Im Jahre 1902 kam der Engländer Good auf die Idee, seinen Schläger mit
einer Gummimatte mit Noppen zu belegen. Der Noppengummischläger war erfunden.
Etwa in diesen Jahren wurde auch der Schlägergriff verkürzt. Ab 1920
veränderte sich die Form des Schlägers nur noch unwesentlich. Bis 1959 war
das Material des Belages nicht vorgeschrieben. Es gab Kork-, Gummi- und
Schaumgummibeläge und auch Schläger ohne Beläge. Im Jahre 1959 wurde dann der
Schaumgummibelag verboten, da er das Tischtennisspiel in seiner Attraktivität
sehr einschränkte. Doch obwohl der reine Schaumgummibelag verboten wurde,
darf der Schaumgummi weiterhin als Unterlage für die Noppengummiunterlage
verwendet werden. (nach(2) )
2.3.3.2 Gummibeläge
Die Entwicklung der Gummibeläge schritt unaufhaltsam voran und es entstanden
verschiedene Formen für unterschiedliche Spielweisen. Der am weitesten
verbreitete Belag ist der sog. Backside oder Noppen innen mit
Schwammunterlage. Bei dieser Belagart sind die Noppen nach innen aufgeklebt.
Die meisten Spieler spielen diese Belagart. (nach (6) ) Sie ist für alle
Spielsysteme geeignet. Doch wählen Abwehrspieler einen dünnen Belag (ca.
1mm), Angreifer einen dicken Belag (ca. 2mm) und Allrounder eine mittlere
Belagstärke. Eine weitere Belagart sind kurze Noppen außen mit
Schwammunterlage. Damit ist die Möglichkeit, den Ball in sehr starke Rotation
zu versetzen sehr gering. Gleichzeitig ist der Spieler aber auch nicht so
anfällig für gegnerischen Topspin oder Unterschnitt. (nach (6) ) Der Belag
lässt vor allem ein temporeiches Spiel zu. Die Ballkontrolle ist recht gut.
Optisch ähnlich wie Backside- Beläge sind die Antitopbeläge. Antitopbeläge
annullieren aufgrund ihrer kaum griffigen Oberfläche und der trägen
Schwammunterschicht die Rotation des ankommenden Balles fast vollständig.
Außerdem verlangsamen sie das Tempo des Ballwechsels beträchtlich. Gespielt
werden sie, wenn überhaupt noch, von Abwehrspielern. Des weiteren sind
halblange und lange Noppen mit und ohne Schwammunterlage verbreitet.
Halblange und lange Noppen geben beim Aufprall eines langsamen Balles sanft
nach. Bei festen, schnellen Bällen jedoch legen sich die Noppen um und bilden
eine sehr gute Reibfläche. (nach (6) ) Wenn der Spieler diese Art von Belägen
zu beherrschen lernt, kann er sehr unangenehme Störeffekte produzieren.
2.3.3.3 Frischkleben
In den letzten Jahren hat sich vor allem unter den Profis, aber auch im
Amateur- und Jugendbereich das Frischkleben verbreitet. Darunter “versteht
man das ständige Neuaufkleben des Belages mit noch frischem Kleber. Vor dem
Training bzw. vor dem Spiel wird der Belag vom Schläger abgelöst und mit
einem Spezialkleber frisch aufgeklebt, wobei Holz und Belag bei noch nassem
Klebstoff zusammengefügt werden. ” (aus: (7), S. 51, Z. 1-11) Durch das
Kleben wird der Schläger schneller und spinfreudiger. Dieses Mehr an
Geschwindigkeit und Spin ist jedoch nicht umsonst. Es wird mit einem
erheblichen Verlust an Ballkontrolle bezahlt.
2.3.3.4 Hölzer
Wie vorher bereits erwähnt war der Tischtennisschläger bis ungefähr zum Jahre
1902 ein tennisähnliches Racket mit einem relativ langen Griff. Heute sind
mehrere Griffformen verbreitet. Damit der Spieler die richtige Entscheidung
bei der Auswahl der Griffform trifft, ums er beachten, das der Schläger
locker und unverkrampft in der Hand liegt. Die Hölzer werden jedoch nicht nur
nach Griffen unterschieden. Man unterscheidet des weiteren in Defensiv-,
Allround- und Offensivhölzer. Um für diese Hölzer verschiedene Eigenschaften
zu erzielen, gibt es diverse Konstruktionsprinzipien und Furnierkombinationen.
Auch innerhalb der Jeweiligen Holzkategorien unterscheidet man bezüglich
Elastizität, Tempo und Kontrolle. Dafür gibt es speziell angelegte
Hölzertabellen. (nach (6) )
2.4 Spielweise und Technik
Die Technik und Spielweise des Tischtennisspielers ist stark abhängig vom
Material (in diesem Falle natürlich vor allem von den Schlägern). In der
Anfangszeit des Tischtennis kann von Technik nicht die Rede sein. Natürlich
entwickelten die Spieler individuell ihre eigene Spielweise mit dem Ziel, die
Gegner bezwingen zu können.
2.4.1 20er bis 50er Jahre: Dominanz des Defensivspiels
Nachdem der Engländer Good seinen Schläger mit einer Noppengummiplatte belegt
hatte, beherrschte von Anfang der 20er Jahre bis in die 50er Jahre der
Noppengummi das Spielgeschehen. Durch die Schläger mit einheitlich kurzen
Noppen dominierte das Defensivspiel. Man konnte nur zwischen Abwehr- und
Angriffsschlag unterscheiden. Es war nicht möglich, dem Ball Spin zu geben.
Nur bedingt waren Vorwärts- (beim Angriffschlag) und Rückwärtsrotation (beim
Abwehrschlag) möglich, denn der Ball hat zum Noppenbelag wenig
Reibungswiderstand.
2.4.2 Folgezeit: Offensivspiel
Durch die folgenden Softbeläge (Backside) entwickelte sich das Tischtennis
immer mehr zum Offensivspiel. Einerseits konnte mehr Schnitt erzeugt werden,
andererseits wurde auch das Tempo durch die Schwammunterlage erhöht. Es
dominierten gerade Angriffschläge mit kaum Rotation.
2.4.3 Anfang 60er Jahre
2.4.3.1 Topspinentwicklung
Anfang der 60er Jahre kam es zur Topspinentwicklung. Dadurch, dass der Ball
nur noch tangential gestreift wird, wird beim Topspin der Ball in starke
Vorwärtsrotation versetzt, ihm wird Spin gegeben. Der erste Deutsche, der den
Vorhandtopspin beherrschte, war Erich Arndt. Durch diese Neuerung, die mehr
Risiko verlangte, fingen die Ballwechsel an, kürzer zu werden.
2.4.3.2 Gefährlichere Aufschläge
Etwa zur gleichen Zeit entwickelten gute Spieler gefährlichere Aufschläge.
Während früher die Angabe nur den Sinn hatte, ins Spiel zu kommen, kamen
durch diese neueren, schwereren Aufschläge oft gar keine Ballwechsel
zustande.
2.4.4 80er Jahre: neue Technik durch Frischkleben
Im Laufe der 80er Jahre kultivierten junge europäische Spieler dann die
Frischklebemethode, was eine weitere Tempoerhöhung bedeutete. Spieler wie
Surbek oder Klampar hatten es vorgemacht, die Weltmeister aus Schweden-
Applegren, Persson und Waldner führten es zur Perfektion. Sie passten als
erste ihre Technik dem Kleben an (nach (7) ): die Topspinbewegung beispielsweise
wurde auf ein Minimum reduziert, nur das Wesentliche, die Beschleunigung des
Unterarms blieb erhalten. Des weiteren gewann der Handgelenkeinsatz an
Bedeutung. Dadurch kam es nämlich zu einer weiteren Schnitt- bzw.
Spinerhöhung. Durch das Frischkleben und die neue Technik veränderten sich
auch die Machtverhältnisse im Tischtennis. Europa hatte die asiatische
Vormachtstellung ausgeräumt. (nach (7) )
2.4.5 Heutige Möglichkeiten: Rotations- und Spinwechsel
Heute ist Tischtennis das schnellste Rückschlagspiel. Doch nicht nur das:
Gerade im Spitzensport sind die Spieler heute so versiert, dass sie
Rotations- und Spinwechsel ohne weiteres durchführen können. Das führt dann
oft bei den Laien zu unverständlichen Fehlern. Gerade beim Aufschlag ist dies
schwer verständlich. In den Augen eines Außenstehenden serviert der
Spitzenspieler in seiner Aufschlagserie 5mal genau gleich, dennoch
unterlaufen dem Gegner Fehler, oft kommt es nicht einmal zu einem
Ballwechsel. Wie ist das möglich? Diese Spieler sind in der Lage mit ein und
derselben Aufschlagbewegung je nach Zeitpunkt des Schläger-Ball-Kontaktes
verschiedene Rotationen zu erzeugen.
Möglichkeiten sind:
reiner Unterschnitt
Seit-Unterschnitt
reiner Seitenschnitt
Seit-Oberschnitt
reiner Oberschnitt
Im Spitzensport geht dies so weit, ”dass die Spieler die Rotationsart nur
noch bemerken können, indem sie beobachten, in welche Richtung sich der
Stempel auf dem Tischtennisball dreht. ” (Zitat Steffen Fetzners im DSF)
2.4.6 Veränderungen im Abwehrbereich
Im Abwehrbereich veränderte sich die Technik im Laufe der Zeit kaum.
Abwehrspieler im Spitzensport müssen heute auch angreifen können, sonst haben
sie keine Chance. ”Ein Abwehrspieler muss technisch und taktisch doppelt
soviel lernen, doppelt soviel an sich arbeiten, doppelt soviel trainieren. Er
muss abwehren und angreifen können. Eigentlich dreimal soviel, denn er muss
Angriff und Abwehr auch noch verbinden. ” (aus: (8) ) Dadurch wurde das
Abwehrspiel in der Weltspitze natürlich auch ästhetischer und sieht sportlicher
aus. Abwehrspieler unter den Großen werden gar Artisten genannt. Die wenigen
Verteidiger, die sich in der Spitze halten können, sind beweglich wie Turner
und läuferisch unheimlich stark. (nach (8) )
2.5 Organisierter Spielbetrieb
Schon im Jahre 1907 wurden die ersten deutschen Meisterschaften ausgetragen
und zwar im Kasino am Nollendorff-Platz in Berlin. Das erste große offene
Turnier wurde am 10. 12. 1924 vom Tennisclub Borussia 1902 aus Berlin
veranstaltet. Am 10. 01. 1925 folgten die ersten offiziellen deutschen
Meisterschaften im Herren- und Dameneinzel in Berlin. Vom 6. -11. 12. 1926
fanden die ersten Europameisterschaften statt, die später als
Weltmeisterschaften deklariert wurden, da Indien teilgenommen hatte.
2.5.1 Situation vor dem 2. Weltkrieg
Der Anfang des organisierten Tischtennissports in Deutschland geht aber auf
die Gründung des Deutschen Tischtennis- Bundes im Jahre 1925 zurück. Am
Beispiel Württemberg möchte ich die Entwicklung dieses Bereichs festhalten,
da sie in den anderen Regionen Deutschlands in etwa gleich verlief: In
Württemberg gab es ab 1930 einen organisierten Spielbetrieb. ”Die ersten
Tischtennissport treibenden Vereine waren der TTC 1930 Stuttgart, der TTC
Schwaben Stuttgart, der TTC Blau-Schwarz Neckarsulm und der TTC 1930
Heilbronn. ” (aus (10), S. 6, Z. 4-11) Im Laufe der Zeit gesellten sich immer
neue Tischtennisvereine dazu. Die Zahl der Tischtennisvereine stieg bis 1938
immerhin auf 12 an. Zu Beginn gab es in der Tischtennisorganisation
Kreiswarte, später wurde diesen ein Gauwart für Württemberg übergeordnet.
1937 wurde die erste württembergische Rangliste aufgestellt. Zu dieser Zeit
fanden auch die ersten Jugendturniere statt. Es gab auch schon erste
internationale Begegnungen mit den jugoslawischen, schwedischen und
tschechischen Nationalmannschaften in Stuttgart, Heilbronn und Neckarsulm. Ab
1942 ging aufgrund des 2. Weltkrieges nichts mehr. (nach (10) )
2.5.2 Mannschaftssportentwicklung nachdem 2. Weltkrieg
Nach dem Krieg gründeten die einzelnen Landesverbände die Spielklassen für
den Mannschaftsspielbetrieb. Am Beispiel des TTVWH (Tischtennis- Verband
Württemberg- Hohenzollern) kann man sagen, dass es in den Verbänden erst drei
Spielklassen gab: die Bezirksklasse, wobei es 13 Bezirke im TTVWH gab, die
Landesliga, imTTVWH in 4 Gruppen und die Oberliga. Die Meistermannschaft der
Oberliga war der Vertreter des TTVWH bei den deutschen
Mannschaftsmeisterschaften. Bei den Damen war die oberste Spielklasse bis
1961 die Landesliga. Durch den stetigen Mitgliederzuwachs in den Vereinen
wurden immer wieder neue Spielklassen eingeführt.
Am Beispiel des TTVWH sieht dies folgendermaßen aus: In den Bezirken:
Einführung von Kreisklassen, Kreisliga Zwischen den Bezirken: Einführung der
Bezirksliga Auf Verbandsebene: Einführung der Verbandsliga. Des weiteren
wurden durch den Zusammenschluss der Landesverbände in vier übergeordnete
Verbände (Süddeutscher-, Südwestdeutscher-, Westdeutscher- und Norddeutscher
TT- Verband) die Oberligen erweitert. Der Süddeutsche TT- Verband wurde
beispielsweise am 07. 07. 1962 aus den Landesverbänden Bayern, Württemberg,
Baden und Südbaden gegründet. Die höchste Spielklasse war hier also die
süddeutsche Oberliga, die Meister der Oberligen spielten die deutschen
Mannschaftsmeisterschaften aus. (nach (10) )
Heute sind aus den drei Spielklassen der Anfangszeit sehr viel mehr geworden.
Im TTVWH gibt es folgende Spielklassen:
Bundesliga
2. Bundesliga
Regionalliga
Oberliga
Verbandsliga
Verbandsklasse
Landesliga
Bezirksliga
Bezirksklasse
Kreisliga
Kreisklassen (A, B, C, D)
2.5.3 Die Bundesliga für Spitzenspieler
2.5.3.1 Einführung
In der Saison 1966/67 wurde für die deutschen Spitzenspieler die Bundesliga
eingeführt, jedoch zunächst nur für die Herren. Für die Damen wurde sie erst
1972/73 gegründet. Doch war die Bundesliga damals noch zweigeteilt, also in
Bundesliga Nord und Bundesliga Süd. Zur Saison ´75/´76 fuhr man dann auch bei
den Damen eingleisig. (nach Werner Nowey).
2.5.3.2 Vergleich: Bundesliga früher und heute
In der Bundesliga gab es bis heute gravierende Änderungen, welche ich am
Beispiel der Herren- Bundesliga verdeutlichen möchte. Zunächst wurde in einer
Mannschaft zu sechst gespielt. Die Spiele wurden im 6er Paarkreuzsystem
ausgetragen. Eine Mannschaft hatte gewonnen, wenn sie 9 Punkte erreicht
hatte. Dieses Spielsystem wird heute bis zur 2. Bundesliga immer noch
verwendet. Des weiteren spielten in den 10 Mannschaften zu je 6 Spielern nur
deutsche Tischtennisspieler. Zur 25. Saison (1990/91) wurde dann in der 1.
Bundesliga die Vierermannschaft eingeführt. Es wird seitdem im 4er
Bundessystem gespielt, ein Spiel ist beendet, wenn eine Mannschaft 6 Punkte
erreicht hat. Auf die Frage nach den Gründen für diese Änderungen, nennt
Werner Nowey, Verbandslehrreferent beim BTTV, als offizielles Argument eine
Verkürzung der Spieldauer. Da früher ein Spiel bis zu 4 Stunden dauerte, sei
das für die Zuschauer langweilig und für das Fernsehen uninteressant
geworden. Er fügt aber hinzu, dass es wohl noch einen anderen Grund gebe, und
das seien die Kosten einer Mannschaft. Heute sind die Deutschen in der
Bundesliga an einer Hand abzuzählen. Da alle Spieler der Bundesliga heute
Profis sind müssen sie natürlich bezahlt werden. Das es überhaupt so weit
kam, dass fast nur noch ausländische Spieler in der Bundesliga vertreten
sind, wurde durch das Bosman- Urteil, dass der DTTB 1996 umsetzte,
begünstigt. Demnach sind die Sportler wie Arbeitnehmer zu behandeln,
Ablösesummen wurden abgeschafft. (nach Werner Nowey). Ein weiterer Aspekt ist
der, dass zwar in einer Bundesligamannschaft nur ein Ausländer aufgestellt
sein darf, jedoch zählen EU-Ausländer nicht als Ausländer.
2.5.3.3 Probleme und Lösungsansätze
Dadurch, dass nun durch das Bosman- Urteil eine Flut relativ billiger
ausländischer Spieler von den Spitzenvereinen angeheuert wurden, hat es der
deutsche Nachwuchs sehr schwer. Er hat zu wenig Möglichkeiten, Spielpraxis zu
sammeln. Die Nationalmannschaft wird dadurch sehr schnell international nicht
mehr wettbewerbsfähig. Der DTTB versucht nun gegenzulenken. Zu diesem Zweck
richtete man die sogenannte Fördergruppe ein. Der deutsche Nachwuchs soll
dadurch international konkurrenzfähig gemacht werden. Methoden sind hier der
Besuch internationaler Meisterschaften, Trainingslager in China usw. (nach
Werner Nowey). Das Ergebnis dieser Fördergruppe kann sich sehen lassen.
Jüngst wurde Timo Boll - Produkt dieser Gruppe - zum Juniorsportler des
Jahres gewählt. Des weiteren ist er mit 17 Jahren amtierender deutscher
Meister und auch Tischtennisspieler des Jahres (löste Jörg Roßkopf ab) der
Zeitschrift Deutscher Tischtennis Sport.
2.5.4 Weitere Probleme durch zunehmende Professionalisierung
Doch treten durch die zunehmende Professionalisierung weitere Probleme auf.
Dadurch, dass früher die Saisonhöhepunkte national die deutschen
Meisterschaften und international die Europameisterschaften bzw.
Weltmeisterschaften im Frühjahr waren, lag eine gewisse Periodisierung vor.
Durch die Vielzahl der Wettbewerbe heute und die finanzielle Abhängigkeit
brauchen die Profis das ganze Jahr über eine gewisse Mindesttopform. Daraus
resultieren sehr viele Verletzungen durch Ermüdung an Gelenken und Sehnen,
aber auch Rückenprobleme. Dies liegt andererseits auch daran, dass vielfach
die athletische Grundausbildung vernachlässigt wird. Das geschehe laut Werner
Nowey zum Teil aus Zeitgründen, zum Teil würde diese aber auch bewusst auf
Sparflamme gesetzt, da die Meinung verbreitet sei, die Technik bzw.
Feinmotorik würde darunter leiden, wenn ein Tischtennisspieler zu muskulös
sei. Beispiele seien Roßkopf oder auch der Franzose Jean-Phillippe Gatien. Es
gebe aber auch andere, die auf athletische Ausbildung großen Wert legen, wie
Fetzner, der Weltranglistenerste Samsonov aus Weißrussland oder der Belgier
Saive.
3 Wie kann der Tischtennissport für die
Öffentlichkeit wieder attraktiver werden?
In letzter Zeit werden immer wieder Stimmen laut, durch gezielte
Regeländerungen den Tischtennissport wieder attraktiver, interessanter und
spannender zu gestalten, ihn dem Publikum näherzubringen. Die Diskussion
darüber läuft auf zwei Schienen. Die erste Schiene beinhaltet, den Aufschlag
zu entschärfen. Dies wäre zum Beispiel möglich, indem der Ball für den
Schiedsrichter sichtbarer getroffen wird, denn im Aufschlagbereich geschieht
auch im Profitischtennis immer noch viel verdeckt. Andere Möglichkeiten
wären, den Aufschlag diagonal durchzuführen (wie im Doppel) oder von einer
etwas vom Tisch entfernten Linie aufzuschlagen. Auf der zweiten Schiene sieht
man eine Vergrößerung des Balles vor. Davon verspricht man sich längere
Ballwechsel, da der Ball durch sein größeres Gewicht länger fliege. Des
weiteren glaubt man, durch eine neue Zählweise (eventuell wie im Tennis) oder
verkürzte Sätze mehr und häufigere Spannungselemente ins Spiel zu bringen und
die Spielzeit noch einmal zu verkürzen. Doch nach Meinung des Experten Werner
Nowey, der viel Zeit mit der deutschen Nationalmannschaft verbringt, werde
sich wahrscheinlich nichts ändern. Tischtennis lebe wie andere Sportarten
auch von seiner Tradition. Einheitliche Regeln müssten nun einmal da sein,
der Wille der Profis und der Masse gehe aber zu weit auseinander. Die Profis hielten
nichts von verkürzten Sätzen. Sie würden nun einmal weite Strecken fahren, um
spielen zu können, nicht nur um Spannung aufzubauen. Deshalb seien solche
Reformen mit Vorsicht zu genießen. Die einzige Chance sieht Nowey in der
Fernsehpräsenz, die dadurch, dass die Bundesligavereine zahlen nun
gewährleistet ist. Seiner Meinung nach führten viele Leute nämlich die Attraktivität
einer Sportart auf seine Präsenz in den Medien zurück. Der Hauptausschuss des
DTTB legte nun kürzlich ein Konzept mit dem Titel ”Offensive Tischtennis”
vor. Durch Kommunikation und Information, die künftig jeden einzelnen Spieler
erreichen sollen, will der Ausschuß den Tischtennissport gegenüber der
Konkurrenz traditioneller Sportarten, aber auch Kurzzeittrends
(Funsportarten) wappnen. ”Unser Sport braucht neues Selbstbewusstsein” ist
die Devise für ”einen gesicherten Aufbruch in ein neues Jahrtausend. ” (aus:
(9) ).
von
HJJ
übernommen
von W. Herrmann
|
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